Gerüchte halten sich manchmal sehr hartnäckig, gerade über die Wirkung von Alkohol: Sicher habt Ihr auch schon das Eine oder Andere gehört. Wir wollen mal ein wenig aufräumen in der Gerüchteküche.

Es stimmt nicht, dass... 

 ... Alkohol im Schlaf schneller abgebaut wird: Jede Stunde sind es nur 0,1 bis 0,15 Promille! (Vorsicht Restalkohol am Morgen danach!) Die Abbaugeschwindigkeit lässt sich von außen nicht beeinflussen – wirklich nicht!

... zünftiges Essen den Alkoholgehalt im Blut senkt: Das heißt, der maximale Promillewert ist niedriger, aber die Alkoholmenge im Körper ist gleich. Das Essen verlangsamt nur die Aufnahme ins Blut. Aber trotzdem kann man nie genau einschätzen, wie schnell Alkohol seine Wirkung zeigt. Das hängt auch von der körperlichen Verfassung des Einzelnen ab.

... Kaffee oder andere „Wundermittel“ die Wirkung von Alkohol abschwächen: Sie vermindern weder die Wirkung von Alkohol noch beschleunigen sie den Abbau. Der Alkoholabbau im Körper erfolgt nach festgelegten biologischen Regeln und lässt sich nicht beschleunigen!

... man als Radfahrer völlig betrunken im Straßenverkehr unterwegs sein darf: Wenn man sich auffällig im Verkehr verhält, zum Beispiel durch "Schlangenlinien fahren", kann die Ordnungswidrigkeitsgrenze für Kraftfahrzeuge von 0,5 Promille auch für Radfahrer gelten. Hat der Radfahrer einen Unfall verursacht, so ist auch hier - wie bei Kraftfahrzeugen - die 0,3-Promillegrenze ausschlaggebend für eine Ordnungswidrigkeit. Wenn der Radfahrer erheblich alkoholisiert am Straßenverkehr teilnimmt, kann die Führerscheinbehörde ab 1,6 Promille eine medizinisch-psychologische Untersuchung anordnen. Vom Ergebnis hängt es dann ab, ob der Führerschein entzogen wird.